Beweidung

Ein Beitrag von Clarisse Jouan, Mélanie Girault, Lea Meincke, Mareike Oldörp

Die Vielfalt der deutschen Kulturlandschaften entstand durch unterschiedliche Prozesse und menschliche Eingriffe, auch die „Beweidung“ hat in großem Maße zur Entstehung des heutigen Landschaftsbildes beigetragen.

Unter dem Begriff „Beweidung“ wird die Nutzung von Grünflächen  durch Tiere bezeichnet, bei denen diese das wachsende Gras sowie Pflanzen fressen. Historisch wurde die Beweidung schon immer zur Ernährung des Viehs genutzt, heutzutage wird die extensive Beweidung gleichzeitig aber auch zum Schutz und Erhalt eines Landschaftsbildes eingesetzt. Beweidung trägt entscheidend dazu bei Flächen offen zu halten sowie die Voraussetzungen für die Ansiedlung von bestimmten Arten zu schaffen und damit das Ökosystem vielfältig zu halten. Sie trägt damit zum Erhalt der Biodiversität als auch zum Schutz der Kulturlandschaften bei.

Die Beweidung verursacht deutlich weniger Umweltschäden als der Einsatz von Maschinen, so prägen Weidetiere die Landschaft in vielen Regionen und sind für den Menschen direkt damit verbunden.Jouan_Girault_Meincke_Oldörp_Übung3_Bild1Jouan_Girault_Meincke_Oldörp_Übung3_Bild2Der Begriff „Hutewald“ kommt von “hüten“ und beschreibt die Waldweide, also die Nutzung des Waldes als Weide- und Futterfläche für die Tierhaltung. Um sich die mühsame Rodung des Waldes für Weideflächen zu sparen wurden die Tiere in den Wald getrieben und fraßen dort die Pflanzen.

Bei einer dauerhaften Beweidung des Waldes entstehen beim Abgrasen der Pflanzen durch die Tiere sehr lichte bis offene Wälder, die weniger dicht zugewachsen sind. Der Wald wird dadurch lichter und ermöglicht auf natürliche Weise ein ökologisches Gleichgewicht herzustellen. Als extreme Form der Waldbeweidung können die Flächen im Laufe mehrerer Jahrzehnte gänzlich zu Weideland werden und nur noch vereinzelte Bäume als Überreste des Hutewaldes übrig bleiben. Diese Flächen werden auch als Huteweide bezeichnet.Jouan_Girault_Meincke_Oldörp_Übung3_Bild3Die Beweidung durch Schafe wirkt sich unterschiedlich auf die Landschaft aus, je nachdem ob diese nur kurz weiden und ihre Nahrung selektieren können, oder für einen längeren Zeitraum auf der Fläche grasen und diese gleichmäßig abfressen.  Weiden sie nur kurz sind die Auswirkungen auf die Fläche kaum messbar. Bei einer Beweidung über einen längeren Zeitraum (extensive Beweidung) wird die Fläche jedoch zertreten und die vorhandenen Pflanzen so stark abgefressen, dass sie absterben können. Als Folge dessen entstehen Flächen mit niedrigen Gräsern, Baumwuchs wird verhindert. Durch extensive Beweidung mit Schafen sind z.B. die Heidelandschaften entstanden, da Schafe Heidekräuter nicht fressen, jedoch alle anderen Pflanzen.Jouan_Girault_Meincke_Oldörp_Übung3_Bild4Als natürliche Art der Beweidung können auch Rehe in Wäldern angesehen werden. Zu ihrer Nahrung gehören Gräser, Kräuter, Knospen und Blätter. Das Fressen derer hat Auswirkungen auf die Wälder, besonders bei einer Überpopulation von Rehen kommt es zu Problemen, da durch das Abfressen der jungen Bäume das Nachwachsen des Waldes verhindert wird und es  zu einer Vegetationsverarmung kommt, da nur die Arten überleben, die besonders viele Samen streuen oder von den Rehen nicht gefressen werden. Das starke Abfressen der Bäume, der sogenannte “Verbiss”, führt dazu, dass die betroffenen Bäume absterben und Triebe im unteren Bereich des Baumstammes nicht nachwachsen. Zusammen mit dem Abfressen von Pflanzen führt es dazu, dass der Wald in Bodennähe lichter wird und nur die Baumkronen begrünt sind.

Der Heidekreislauf

Im 18. Jahrhundert wurden die Flächen in und um die Wittenbergener Heide als Weide für Schafe genutzt. Die vor Ort beobachteten Heideflächen sind Überreste dieser Zeit, die ehemaligen Waldungen dienten damals der Holz- und Streugewinnung sowie der Waldweide. Durch Übernutzung und Überweidung dieser Weide- und Nutzlandschaft wuchs auf den daraus entstandenen offenen Triften fast nur noch Heidekraut. Den jeweiligen Landschafts- und Bodenbedingungen entsprechend bildeten sich nach Einstellung der Beweidung der Heideflächen auf diesen Triften in den folgenden Jahrzehnten unterschiedliche Vegetationseinheiten aus, weshalb die Heideflächen heute nur noch einen kleinen Anteil im Gebiet ausmachen.

 

Weitere Informationen unter:

Naturpark Solling-Vogler

Hutewald

Beweidung

Das Reh

Wildschäden im Wald, Verbiss

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