Erosion

Ein Entwurf von Paul Martin, Johanna Maske, Marek Nowak, Elena Pfeif

Sichtbarmachen – Verstärken – Erhalten

Erosionsprozesse sind in der Wittenbergener Heide allgegenwärtig. Dieselben Prozesse, die die Landschaft rund um den Geesthang über Jahrtausende geprägt haben, finden auch heute statt und erschaffen so ein sich ständig veränderndes Landschaftsbild. Zwar kann der Besucher diese Erosion des Geländes durch Wind, Wasser und auch durch die eigene Anwesenheit im Naturschutzgebiet erfahren. Es fehlt im Gebiet aber an gestalterischen Eingriffen, welche die Bedeutung der Erosionsprozesse für die Landschaft sichtbar machen. Mithilfe von Interventionen an den drei Fokusräumen Elbhang, Elbstrand und Wanderdüne soll die Aufmerksamkeit auf die Erosionsprozesse gelenkt werden und gleichzeitig eine positive Erfahrung der Landschaft ermöglicht werden. An diesen drei Fokusräumen signalisiert ein Leitelement (Holzpfähle mit Informationstafeln und praktischem Nutzen) den Besucherinnen und Besuchern die Anwesenheit von Erosionsprozessen.

Teaserbild_Masterplan

Elbstrand

Am Elbstrand gestaltet die Tide sowohl die Sandlandschaft als auch die dahinter liegenden Elbwiesen, deren Ökosystem von der regelmäßigen Überflutung abhängig ist. Der Besucher kann diese Prozesse bisher kaum wahrnehmen. Hier ist die Erweiterung des bestehenden, durch Erosionsprozesse geformten Sanddeichs vorgesehen, von dem aus sowohl die Gezeiten der Elbe als auch die grüne Vielfalt Elbwiesen wahrnehmbar sind. Der Wasseraustausch zwischen Elbwiesen und Elbe kann dann an der Oberfläche durch Öffnungen des Deichs erfolgen, anstatt wie zuvor über unterirdische Rohre. Um übermäßige Erosion des Strandes durch die Tide zu verhindern, werden diese Wasserläufe durch das Leitelement gesichert. Das Leitelement erlaubt zudem ein Ablesen der Wasserstände und markiert die Wasserläufe.

Bild3_Pikto Strand

Elbhang

Der Fokusraum am Elbhang wird durch Fahrradfahrer erodiert, die durch ihre Abfahrten den Boden abtragen. Hierdurch wird der Hang an dieser Stelle von Bewuchs freigehalten, sodass ein Blick in die Elblandschaft möglich ist. Durch die Abfahrten wird unwissentlich der natürliche Erosionsprozess des Elbhangs nachgestellt, der zuvor durch die Einwirkung der Elbe mehrere Zentimeter im Jahr abgetragen wurde. Wir schlagen eine funktionale Erweiterung des Standorts vor, die allen Besuchern spielerisch ihre eigenen erosiven Kräfte verdeutlicht. Das Leitelement lädt hier zum Klettern und Verweilen ein und erweitert den bisher eher unwirtlichen Ort in einen Treffpunkt am Hang. Anhand von Markierungen kann der Abtrag des Hangs abgelesen werden.

Bild7_Pikto Hang

 

Wanderdüne

Der Wind ist für die Düne der entscheidende erosive Prozess, da er die Sandpartikel in Bewegung hält und somit die Landschaft freihält. Dieser Prozess ist allerdings nur noch in Teilen vorhanden, da der umliegende Wald die nötige Windeinströmung verhindert. Die bestehende Düne wird nur durch die sie überquerenden Besucher vom Bewuchs freigehalten. Eine Erweiterung der bestehenden Düne vergrößert die Angriffsfläche für den Wind, sodass die ursprüngliche Wanderdüne wiederhergestellt werden kann. Das Leitelement bietet an dieser Stelle einen Ausgangspunkt für die Wanderdüne, an der sich der Sand ansammelt. Markierungen verdeutlichen auch hier, um wie viel Meter sich die Düne bewegt hat und wie viel Sand der Wind zum Leitelement transportiert hat.

Bild11_Pikto DÅne

 

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